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Sie wollen im Sommer nach Südamerika und werden sich dort in großen Höhen (Definition: 2500 m bis 5300 m) aufhalten. Wie Sie sicher wissen, sind in diesen Höhen gesundheitliche Probleme möglich, da die Sofortanpassung der Körpers unzureichend ist; Akklimatisierungszeit ist notwendig. Zu erwarten haben Sie bei mangelnder Akklimatisierung in erster Linie die AMS und das HAPE, aber auch HACE ist möglich. Da auf solchen Reisen die Zeit gewöhnlich knapp ist, geben sich die Gruppenmitglieder meist nicht genügend Zeit für die Anpassung. Erwachsene können sich bei eintretenden Symptomen jedoch melden, anders als das bei Babies und Kleinkindern der Fall ist.
Prinzipiell ist folgendes hierzu zu sagen:
Höhenkrankheiten haben bei Kindern die gleiche Inzidenz wie bei Erwachsenen, jedoch können sich die Erkennung der Symptome und damit auch die rechtzeitige Therapie verzögern, da kleine Kinder ihre Beschwerden nicht adäquat wiedergeben können. Daher sollte bei jedem Kind, welches sich in der Höhe über 2500 m unwohl fühlt, bis zum Beweis einer anderen Genese von einer Höhenproblematik ausgegangen werden. Die Therapie ist die gleiche wie bei Erwachsenen, jedoch müssen die Medikamente gewichtsadaptiert verabreicht werden.
Kinder, welche an viralen Infekten der Atemwege leiden, scheinen anfälliger für ein HAPE zu sein als gesunde Kinder. Eine subakute Form des HAPE (Symptomatic high altitude pulmonary hypertension, SHAPH), welche in der Folge zum Rechtsherzversagen führt, kommt fast ausschließlich bei unter einjährigen Tiefland-Kindern vor, die in Höhen über 3000 m gebracht werden.
Nun zu Ihren Fragen:
Ja, leider ist das SIDS-Risiko (sudden infant death syndrome) bei Babies in Höhenlagen erhöht. Hierzu gibt es eine Untersuchung von Ursula Kohlendorfer, Stefan Kiechl und Wolfgang Sperl: Living at high altitude and risk of sudden infant death syndrome, Arch Dis Child 1998;79:506-509. Ursächlich scheinen neben dem erniedrigten Sauerstoffpartialdruck vor allem eine Bauchlage des Kindes aber auch die tiefere Umgebungstemperatur und Atemstörungen zu sein.
Prävention: Bei jedem Kind, welches sich über 2500 m unwohl fühlt, sollte von einer Höhenproblematik ausgegangen werden.
Bezüglich des Diamox ist folgendes zu bemerken: Das Medikament ist ein Diuretikum und fördert daher die Flüssigkeitsausscheidung. In der Höhe trocknet man ohnehin schneller aus. Da es über die Anwendung bei Kindern bislang wenig gesicherte Erfahrungen gibt, sollte Acetazolamid (Diamox) bei Kindern unter zwölf Jahren nicht angewendet werden.
Der Wirkstoff Acetazolamid tritt in die Muttermilch über, daher Vorsicht auch bei Eigengebrauch, falls Sie noch stillen.
Wir raten also vom prophylaktischen Gebrauch bei Kindern ab.
Falls Sie also die entsprechenden Höhenregionen aufsuchen wollen, kann die Prophylaxe für Ihr Kind also nur heissen, dass Sie sich nicht mehr als 500 Höhenmeter (besser weniger) pro Tag nach oben bewegen und bei den kleinsten Anzeichen eines Unwohlseins des Kindes eine Höhenproblematik vermuten und einen Arzt aufsuchen, der sich mit so was auskennt.
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