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Offenbar leiden Sie in Höhenlagen über 2800 m an einem klassischen Höhenlungenödem (HAPE). Ihre Schilderung ist da relativ eindeutig. Diese Symptome sollten Sie daher sehr ernst nehmen.
HAPE ist ein durch raschen Höhenaufstieg und niedrigen atmosphärischen O2-Partialdruck hervorgerufenes interstitielles und alveoläres Lungenödem, bei dem es zu Dyspnoe, Husten, thorakalem Engegefühl, Schwäche und im Endstadium zu Fieber kommt. Bei adäquater Therapie ist die Prognose gut, anderenfalls kann die Erkrankung einen letalen Verlauf nehmen.
Die Klinik des HAPE steht im Zeichen des O2-Mangels des Patienten. Erste Anzeichen einer Atemnot sind daher ein wichtiges Alarmsignal. Im Weiteren leidet der Betroffene unter Appetitsverlust und beginnt bei fortgeschrittenem Ödem zu husten. Hinzu kommen Fröstelgefühl, Tachykardie und Tachypnoe von bis zu 70 Atemzügen pro Minute. In späteren Stadien findet sich ein Temperaturanstieg. Flachlagerung ist in der Regel wegen der sich daraufhin verstärkenden Dyspnoe nicht möglich. Der Betroffene realisiert seinen lebensgefährlichen Zustand oft nicht.
Subjektiv müssen mindestens zwei der folgenden Symptome vorliegen, damit die Diagnose HAPE gestellt werden kann:
-Schwäche und plötzlicher Leistungsabfall (Leitsymptom)
-Dyspnoe bei geringer Belastung mit verzögerter Erholung, später Ruhedyspnoe
-Husten anfangs trocken, später mit schaumig-blutigem Auswurf
-thorakales Engegefühl und Druck hinter dem Sternum
Standardtherapie: Verbesserung des O2-Angebotes durch Abstieg oder (falls vorhanden) O2-Gabe über Nasensonde (4 l/min) oder Inhalationsmaske mit Reservoirbeutel (10 bis 15 l/min).
Spezielle Therapie: Nifedipin 20 mg alle 8 Stunden (alternativ Diltiazem), um den Lungenhochdruck zu senken.
Der Überdrucksack ersetzt in keiner Weise den Abstieg, zumal sich die Symptomatik bereits bei geringsten Anstrengungen nach Überdrucksackbehandlung wieder verschlechtert. Daher kann diese Therapie allenfalls überbrückend eingesetzt werden.
neuere Ansätze bestehen in der Gabe von Hemmern der Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5), um den Lungenhochdruck zu senken: Sildenafil, Tadalafil.
Untersuchungen von Marco Maggiorini haben gezeigt, dass auch Dexamethason zur Prävention des Höhenlungenödems eingesetzt werden kann. Bezüglich Anwendungsdauer ist zu beachten, dass die Dexamethasoneinnahme in der Studie von Maggiorini et al. 48 Stunden vor Erreichen einer kritischen Höhe begonnen wurde. Der Effekt wird mit der Modulation der Proteinexpression erklärt.
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