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HAPE auf 2500m (FA 04.2008) 18.07.2009 16:04
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Ich bin Fachärztin für Innere Medizin und nehme seit 5 Jahren regelmäßig an Skitouren in den Alpen teil. Vor einiger Zeit hatte ich auf einer Höhe von 2400-3000m Luftnot und Wassereinlagerungen von 6kg, so dass ich abbrechen musste. Kopfschmerzen, Übelkeit oder neurologische Defizite sind nie aufgetreten.
Wir waren auf einer Hütte auf 2443m für 7 Tage. Die Tagestouren umfassten zw. 700-1100 Höhenmeter/Tag. Ich hatte diese Saison 7 Tourentage bis maximal 31000m sowie einige Freeride-Tage in den Alpen ohne jegliche Beschwerden absolviert, mache 3x/Woche Karate, fahre Rennrad und jogge, soweit neben der Arbeit möglich. Ich fühlte mich "fit", war nicht erkältet, nehme keine Ovulationshemmer, bin normalgewichtig und habe weder Varizen/Thrombophilie noch sonstige internistische Grunderkrankungen.
Die Ödeme fingen am fünften Tag an, eine obere Einfluss-Stauung war nie apparent, Belastungsdyspnoe und Reizhusten ab dem 6.Tag.
Zuhause habe ich die Ödeme mit 40mg Furosemid therapiert, woraufhin die Ödeme, Dyspnoe und Reizhusten nach zwei Tagen weg waren. Am ersten Tag zuhause waren Herzecho, Lungenfunktion, Abdomensonographie, Venendoppler und SpO2 (100% bei Raumluft) ohne path. Befund. Am 2. Tag nach Rückkehr waren im Labor BSG (12/25mm n.W.), D-Dimere 0,77 (Norm<0,23mg/l), LDH 259 (<234U/l), HB (15,8) und am 4 Tag das NT-pro-BNP 251 (Norm <116ng/l) auffällig. Niereninsuffizienz/ nephrotisches Syndrom usw. waren ausgeschlossen. Mein Ruhepuls war auf der Hütte immer zwischen 60-80/min. Inzwischen habe ich auch 2 Artikel gefunden, die den Verdacht auf HAPE erhärten trotz relativ geringer Höhe.
Können Sie aus Ihrer Erfahrung die Gefahr eines Rezidivs ungefähr einschätzen? Sollte ich einen Rechtsherzkatheter machen lassen? Ich habe nach einer Woche Sportkarenz wieder mit Joggen und Karate begonnen - ohne Probleme. Ich lebe auf ca. 400m Höhe.
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Aw: HAPE auf 2500m (FA 04.2008) 18.07.2009 16:05
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Liebe Frau Kollegin
Das ist tatsächlich eine ungewöhnliche Sache. Wir erwarten in unseren Breiten eigentlich eine Höhensymptomatik (AMS) erst ab 2500 Metern, ein HAPE erst ab 3000 und das HACE ab ca. 3500 Metern.
Aber natürlich - und das haben Sie ja selber schon recherchiert - gibt es in der Medizin nichts, was es nicht gibt.
Die Laborwerte sind ebenfalls nicht konklusiv. Klar, da ist der eine oder andere Wert leicht oberhalb der Norm, aber sind wir mal ehrlich: ein BNP unter 500 interessiert ja eigentlich nicht sonderlich und die D-Dimere sollten auch deutlich höher sein, um für einen Gerinnungsprozess i.S einer Embolie oder Thrombose zu sprechen. Also können wir Herzinsuffizienz und Lungenembolie wahrscheinlich ausschliessen. Auch die äusserst normale Ruhefrequenz spricht gegen diese Diagnosen. Eine Kardiomyopathie infolge eines viralen Infektes kommt trotzdem evtl. in Betracht, da ja die Laboruntersuchungen erst nach Rückkehr erfolgten und somit evtl. nicht konklusiv sind.
Falls der Luftdruck allerdings niedriger als gewöhnlich gewesen sein sollte (Tiefdruck-Wetterlage), könnten Sie virtuell höher gelebt haben, was die Symptomatik eines HAPE wiederum erhärten würde. Haben Sie vielleicht Nifedipin oder einen PDE5-Hemmer genommen? Falls die Dyspnoe damit besser geworden wäre, könnte das den HAPE-Verdacht ebenfalls erhärten.
Eine Garantie für ein Wiederauftreten oder Nicht-Wiederauftreten gibt es leider nicht, es sei denn Sie gehören zu einer genetisch prädisponierten Tieflandbevölkerung der küstennahen Gebiete (wozu der Bodensee nicht unbedingt zählt), aber vielleicht haben Sie ja nördliche Wurzeln. Einen Rechtsherzkatheter empfehlen wir bei derzeitiger Beschwerdefreiheit sicher nicht, die Risiken würden den momentan fraglichen Nutzen bei weitem überwiegen.
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Aw: HAPE auf 2500m (FA 04.2008) 18.07.2009 16:05
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Danke für Ihre Antwort! Ich habe bisher keine Medikamente eingenommen (Nifedipin, Viagra o.ä.). Es herrschte tatsächlich eine Tiefdruckwetterlage mit Schnee und Sturm, die Höhenmesser schwankten in ihren Angaben, aber genaue Zahlen habe ich mir nicht gemerkt. Nordische Wurzeln habe ich nicht.
Ich werde wohl einfach wieder in die Berge gehen und sicherheitshalber Nifedipin 20 mg ret. mit mir führen. Schließlich hatte ich ähnliche Beschwerden bisher noch nie und ich war in den letzten Jahren viel in den Alpen (wo die Höhen nicht mit den Anden oder dem Himalaya vergleichbar sind.).
Falls ich ähnliches wieder erleben sollte und Nifedipin hilft, werde ich es Sie kurz wissen lassen, falls es für Sie von wissenschaftlichem Interesse ist.
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